Race Around Austria 2011 - Bericht von Fritz Eberlein | Seite 1
Alle Bilder vom Rennen auf der Seite "Bilder".
12.08.2001 um 16:24 Uhr soll der Start sein.
Das Team: Sieglinde und Werner, Stefan, Hansi, Susanne und Catherine.
Die Fahrer: Robert und ich – tatsächlich…
sind wir wahnsinnig? Ich bin seit einer Woche vorher kränkelnd, wahrscheinlich vor lauter Aufregung.
Klappt alles? Haben wir uns nicht hoffnungslos übernommen? War das Training richtig?
Der Druck, wenn wir abbrechen müssten, weil etwas nicht funktioniert (z. B. Stimmung im Team, Achillessehne, Ernährung und Verdauung, offene Stellen am Hintern …)
Das Team Freitags vor dem Rennen
Robert und ich sind schon 2 Tage vorher da, Hansi und Stefan auch, Sieglinde und Werner stoßen dazu, fahren den ersten Teil der Strecke ab und studieren und überarbeiten das Routebook. Robert und ich fahren die ersten 30 km ab, ganz locker – stimmt der Puls? Ich habe so weiche Knie…. Entsetzlich!!!
Am Freitag um 15:30 Uhr kommen dann auch Susanne und Catherine dazu – das hat also schon mal geklappt.
Freitag, 16:34 Uhr: Der Start
Der Start erfolgt zu zweit und Robert steigt am Ortsende von Schärding ins Auto. Ich darf die erste Etappe fahren, bin der Beherrschtere, wenn alle nachfolgenden Teams vorbeifahren, lasse mich weniger mitziehen ‑ und fahre dennoch viel zu schnell. Alle fahren als ob es ein 100 km-Rennen ist und keines über 2.200 km und 28.000 Höhenmeter. Unser Ziel ist erstens, gesund anzukommen, zweitens, unter 100 Stunden zu bleiben und drittens schneller als der schnellste Einzelfahrer zu sein.
16:24 Uhr: Es geht los - Fritz und Robert rollen von der Startbühne
Also erst mal Anspannung und laufend Überholvorgänge auf den ersten 2 Stunden bis zur Donaubrücke. Fast alle Teams mit Pace Car und Musikboxen auf dem Dach – ich bin wohl eher die Ausnahme mit Leapfrog Betreuung und Alleinfahrt. Für die Überholvorgänge ist das jedoch für alle Beteiligten wesentlich entspannter. Dann auch noch Nasenbluten – also ich bin ja schon noch sehr im Zweifel. Gott sei Dank kommt die Donaubrücke in den Blick und Robert löst mich ab, puuuuhhhhhh den ersten Teil habe ich geschafft (2 von 50 Stunden :-).
Mein zweiter Einsatz geht durch‘s hügelige Waldviertel in die Nacht und so langsam fasse ich Tritt und finde meinen Rhythmus. Eine lockere Etappe mit Vollmond und toller Landschaft. Die Geschwindigkeit liegt eher etwas höher als geplant. Ich werde zuversichtlich, obwohl uns einige unserer Konkurrenten bereits nach 4 Stunden mehr als eine Dreiviertelstunde abgenommen haben.
Die erste "Nachtschicht"
Schlafen kann die erste Nacht keiner – deshalb stellen wir in der zweiten Nacht um. Der Rhythmus alle 2 Stunden zu wechseln stellt sich ein und am ersten Morgen dusche ich mich kurz am Straßenrand. 4 l Wasser über den Kopf reichen gut aus. Es geht durch die Wachau und dann Richtung Süden um den Neusiedler See. Meine Aussage, dass wir gegen 24:00 Uhr an der Zwischenstation sein werden, kommentiert Catherine: „Wow das geht ja rasend schnell – wie im Zeitraffer“. Vorher treffen wir beide noch auf die beiden Fahrer von Henkel X Dream und haben einen guten Ratsch unterwegs – schöne Abwechslung nach dem langen, flachen Gegenwindstück.
Die zweite Nacht kommt und damit gegen 3 :00 Uhr das erste Mal eine Stunde Schlaf. Vorher entlang der südsteirischen Weinstraße steil bergauf und bergab – es macht Spaß – nach einer Kurzdusche an einem Campingplatz (vielen Dank – auch ohne Rezeption) und einer Massageeinheit sind die Beine wie neu – ich bin immer noch locker unterwegs.
Catherine's "Arbeitsplatz" in den vier Tagen...





